# Infrastructure/Monitoring Module ## Überblick Das **Monitoring-Modul** ist die Grundlage für die **Observability** (Beobachtbarkeit) der gesamten Meldestelle-Systemlandschaft. In einer verteilten Microservice-Architektur ist es unerlässlich, Einblicke in das Verhalten, die Leistung und die Gesundheit der einzelnen Dienste zu haben. Dieses Modul stellt die Werkzeuge für zwei der drei Säulen der Observability bereit: **Metriken** und **Distributed Tracing**. * **Metriken:** Quantitative Daten über die Leistung von Services (z.B. CPU-Auslastung, Antwortzeiten, Fehlerraten). * **Distributed Tracing:** Verfolgung einer einzelnen Anfrage über mehrere Service-Grenzen hinweg, um Engpässe und Fehlerquellen zu identifizieren. ## Architektur Das Modul ist in eine wiederverwendbare Client-Bibliothek und einen zentralen Server aufgeteilt: infrastructure/monitoring/ ├── monitoring-client/ # Bibliothek, die jeder Service einbindet └── monitoring-server/ # Eigenständiger Service, der den Zipkin-Server hostet ### `monitoring-client` Dies ist eine **wiederverwendbare Bibliothek**, die von **jedem einzelnen Microservice** (z.B. `masterdata-service`, `gateway`) als Abhängigkeit eingebunden werden muss. * **Zweck:** Instrumentiert den Service automatisch, um Metriken und Traces zu generieren. * **Technologien:** * **Spring Boot Actuator:** Stellt einen `/actuator/prometheus`-Endpunkt bereit, an dem Metriken im Prometheus-Format abgerufen werden können. * **Micrometer:** Eine Fassade für Metriken, die es ermöglicht, Anwendungsmetriken zu sammeln (z.B. HTTP-Request-Zeiten, JVM-Statistiken). * **Brave & Zipkin Reporter:** Instrumentiert den Code für Distributed Tracing und sendet die gesammelten Spans (Teile eines Traces) an den Zipkin-Server. * **Vorteil:** Entwickler müssen sich nicht aktiv um die Implementierung von Monitoring kümmern. Durch das Einbinden dieser Bibliothek erhält jeder Service automatisch grundlegende Observability. ### `monitoring-server` Dies ist ein **eigenständiger Spring Boot Service**, der eine zentrale Komponente des Monitoring-Stacks hostet. * **Zweck:** Hostet den **Zipkin-Server** inklusive seiner grafischen Benutzeroberfläche. Alle `monitoring-client`-Instanzen senden ihre Tracing-Daten an diesen Server. Entwickler können dann in der Zipkin-UI die gesamten Anfrage-Flows visualisieren und analysieren. ## Zusammenspiel im Ökosystem Das vollständige Monitoring-Setup besteht aus mehreren Teilen: 1. Jeder **Microservice** bindet `:infrastructure:monitoring:monitoring-client` ein und stellt Metriken unter `/actuator/prometheus` bereit und sendet Traces an Zipkin. 2. Der **`:infrastructure:monitoring:monitoring-server`** empfängt die Traces und stellt die Zipkin-UI zur Verfügung. 3. Ein **Prometheus-Server** (definiert in `docker-compose.yml`) ist so konfiguriert, dass er periodisch die `/actuator/prometheus`-Endpunkte aller Microservices abfragt ("scraped") und die Metriken in seiner Zeitreihen-Datenbank speichert. 4. Ein **Grafana-Server** (definiert in `docker-compose.yml`) visualisiert die in Prometheus gespeicherten Metriken in anpassbaren Dashboards. Diese Kombination aus Micrometer, Prometheus, Zipkin und Grafana bildet einen leistungsstarken, branchenüblichen "Observability Stack". --- **Letzte Aktualisierung**: 31. Juli 2025