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Stefan Mogeritsch e8757c5c32 feat(docs): expand masterdata documentation with Reiter- and Pferdeprüfungen
- Added `REITER_PRUEFUNGEN.md` and `PFERDEPRUEFUNGEN_BEWERTUNG.md` to document evaluation criteria, scoring logic, and system requirements for dressage and show jumping.
- Updated `README.md` with links to new documentation on rider- and horse-specific regulations.
- Created database schemas for `TurnierklasseTable`, `RichtverfahrenTable`, `GebuehrTable`, `LicenseTable`, and `RegulationConfigTable`, aligning with ÖTO 2026.
- Logged architectural decisions and analysis in `session-logs` and created ADRs `0017-masterdata-importer-worker` and `0019-api-ingestion-layers`.

Signed-off-by: Stefan Mogeritsch <stefan.mo.co@gmail.com>
2026-03-30 14:29:58 +02:00

3.3 KiB

🏇 Reiter-Prüfungen (Dressur & Stilspringen)

In diesem Dokument werden die Stammdaten und Regelwerke für Prüfungen aufbereitet, bei denen der Fokus primär auf der Einwirkung und dem Sitz des Reiters liegt. Dies ist besonders relevant für Nachwuchsbewerbe und C-NEU Turniere.

1. Dressurreiterprüfungen (§ 103 Abs. 5 ÖTO)

Im Gegensatz zur Standard-Dressurprüfung, bei der die Durchlässigkeit und Gangqualität des Pferdes im Vordergrund stehen, wird hier der Reiter bewertet.

1.1 Beurteilungskriterien

Die Bewertung erfolgt nach Richtverfahren A (Gemeinsames Richten) mit einer Wertnote von 0 bis 10 (eine Dezimale zulässig).

  • Sitz: Korrektheit, Geschmeidigkeit, Balance.
  • Einwirkung: Effektivität der Hilfengebung, Harmonie mit dem Pferd.
  • Hufschlaglinien: Exakte Ausführung der Wendungen und Linien.
  • Übergänge: Fließende und korrekte Übergänge zwischen den Gangarten.
  • Tempo: Einhalten gleichmäßiger und unterscheidbarer Tempi.

1.2 Besonderheiten für C-NEU

  • Oft als lizenzfreie Bewerbe (LF) ausgeschrieben.
  • Viereck-Maße: Meist 20x40m.
  • Ausrüstung: Trense verpflichtend (Kandare in Reiterprüfungen nicht üblich).

2. Stilspringprüfungen (§ 204 Abs. 2 ÖTO)

Stilspringprüfungen dienen der Überprüfung der reiterlichen Ausbildung im Parcours.

2.1 Bewertungslogik

Es wird mit einer Grundnote (0-10) gestartet, von der Fehler (Abwürfe/Ungehorsam) und Stil-Mängel abgezogen werden.

Vorfall Abzug
Hindernisfehler (Abwurf) - 0,5 Punkte
1. Ungehorsam (Verweigern) - 0,5 Punkte
2. Ungehorsam - 1,0 Punkte
3. Ungehorsam Ausschluss
Sturz (Reiter/Pferd) Ausschluss
Zeitfehler - 0,1 Punkte pro angefangene Sekunde (bei Zeitüberschreitung)

2.2 Reihung bei Punktgleichheit

Bei gleicher Endnote im Stilspringen entscheidet laut ÖTO:

  1. Die bessere Stilnote (bevor Abzüge für Hindernisfehler erfolgten).
  2. Bei weiterhin gleicher Note: Ex aequo Platzierung (oder Stechen, falls ausgeschrieben).

3. System-Anforderungen für die Meldestelle

3.1 Ergebniserfassung (UI)

  • Dressurreiter: Einfaches Eingabefeld für die Gesamtnote (z.B. 7,2).
  • Stilspringen: Maske mit Grundnote und Auswahlfeldern für Fehler (Abwürfe, Verweigerungen), um die Endnote automatisch zu berechnen.

3.2 Validierung

  • Prüfung der Lizenzklasse: Stilspringprüfungen sind oft auf Reiter mit niedrigeren Lizenzen (R1) oder ohne Lizenz beschränkt.
  • Altersklassen: Kombination mit Jugend/Junioren-Bewerben prüfen.

4. ZNS-Mapping

Reiterprüfungen werden in den ZNS-Dateien (*.dat) meist über spezifische Prüfungsart-Codes identifiziert:

  • DR -> Dressurreiterprüfung
  • ST -> Stilspringprüfung

Diese Codes müssen im zns-parser korrekt auf die oben beschriebene Logik gemappt werden.