Ubiquitous Language – Offizielle Domänen-Terminologie
Dieses Dokument ist die Single Source of Truth für alle Begriffe im Projekt.
Alle Begriffe sind exakt so zu verwenden – im Code, in der Dokumentation und in der Kommunikation.
Bei Widersprüchen gilt: ÖTO-Regelwerk → dieses Dokument → alle anderen Quellen.
Kleinste ausführbare, atomare Einheit für Nennungen, Startlisten, Ergebnisse und Auswertungen. Untereinheit eines Bewerbs mit eigenem Teilnehmerkreis (Lizenz, Pferdealter etc.). Erhält eine fortlaufende Abteilungsnummer (1, 2, ...) innerhalb des Bewerbs. Referenz auf Startliste/Ergebnisliste: BW: 9 Abt: 1 bzw. 9-1.
Abteilungs-Typen:SEPARATE_SIEGEREHRUNG (= eigene Platzierung, eigene Siegerehrung, separater Ergebnislauf)
ORGANISATORISCH (= organisatorische Teilung, z.B. zur Ablaufoptimierung; Platzierung/Preise werden gemeinsam mit anderen Abteilungen dieses Bewerbs geführt).
Die ÖTO definiert sparten- und klassenabhängige Schwellenwerte, ab wievielen Startern eine Abteilung verpflichtend getrennt werden muss. Bei Überschreitung gibt das System eine WARNUNG (kein harter Fehler) – der TBA hat das letzte Wort (→ Override-Event). Vollständige Schwellenwert-Tabellen: → Abteilungs-Trennungs-Schwellenwerte.md
ÖTO § 2 Abs. 7, § 39
Akteur
Historischer Begriff (siehe → Stammdaten). Oberbegriff für alle Personen (Reiter, Richter, Funktionäre, Besitzer) und Organisationen (Vereine), die im System interagieren.
–
Ausschreibung
Das offizielle Dokument, das alle Bedingungen eines Turniers festlegt. Pflichtfelder gemäß ÖTO (A-Satz der ZNS-Schnittstelle).
ÖTO Ausschreibungs-Struktur
Austragungsplatz
Physischer Ort (Platz, Arena, Halle) innerhalb einer Veranstaltung, auf dem Bewerbe stattfinden. Typ: "Austragungsplatz" (Wettkampf) oder "Vorbereitungsplatz" (Einreiten). Kann einer Sparte zugeordnet sein. Im Code als Entität Austragungsplatz (events-domain) abgebildet.
–
B
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Bewerb
Synonym: „Prüfung". Die einzelne sportliche Prüfung innerhalb eines Turniers (z.B. „Prüfung Nr. 9: Standardspringprüfung 95 cm"). Erhält eine fortlaufende Bewerbsnummer (01, 02, ...). Ein Bewerb besteht aus mindestens einer Abteilung. Die → Abteilung ist die kleinste Einheit für Nennungen, Startlisten und Ergebnisse.
ÖTO § 2 Abs. 7
C
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Cup
Siehe → Serie.
ÖTO § 2 Abs. 8
F
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
FEI-ID
Eindeutige Identifikationsnummer der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) für Reiter und Pferde.
FEI General Regulations
Funktionär
Person mit einer definierten Rolle bei einem Turnier (Richter, Parcoursbauer, TBA, ...). Qualifikation wird gegen RICHT01.DAT geprüft. Im Code als Entität Funktionaer abgebildet.
ÖTO Funktionärs-Qualifikation
G
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Gastreiter
Reiter mit ausländischer Staatsbürgerschaft, der nicht für einen österreichischen Verein startet.
ÖTO Teilnahmeberechtigung
Gebühren-Verzicht
Der Veranstalter kann die Nachnenngebühr für einzelne Nennungen erlassen. Wird als explizites Event gespeichert.
ÖTO Gebührenstruktur
K
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Kategorie
Das Niveau eines Turniers und/oder seiner Bewerbe bzw. die Teilnahmeberechtigung daran. Nationale Kategorien: C-NEU, C, B*, B, A, A*.
ÖTO § 3 Abs. 4
Bewerbsklasse
Früher „Turnierklasse“. Schwierigkeitsgrad eines Bewerbs. Springen: E0 (60–90 cm), A (105–110 cm), L, M, S. Dressur: E, A, L, M, S (nach Aufgabe). Stammdaten in bewerbs_klassen.
ÖTO B-Teil
Kombination
Zwei oder mehr Turniere (ggf. unterschiedlicher Sparten) die am selben Ort/Datum stattfinden. Jedes Turnier behält seine eigene Turniernummer. Genehmigung durch LFV/OEPS erforderlich.
ÖTO § 4
Kopfnummer
National (OEPS): 4-stellige Registrierungsnummer eines Pferdes beim OEPS. Nicht als eindeutige ID geeignet– kann sich ändern. Dient zur schnellen Suche/Eingabe in der Meldestelle (Autocomplete), aber nicht als Datenbankschlüssel. Turnier: Temporäre Startnummer für das spezifische Turnier (ebenfalls nicht persistent).
–
Konto
Kontobasierte Abrechnung pro Zahler (nicht nur pro Reiter). Basis für das „Hansi-Szenario" (Guthaben bei Transfer).
Billing Context
L
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Lebensnummer
9-stellige (national) bzw. 15-stellige (international, UELN) Nummer, die ein Pferd bei der Geburt vom Zuchtverband erhält. Bei ausländischen Pferden im OEPS oft generiert → nicht zur Suche geeignet. Die ZNS-Daten zu Lebensnummern sind erfahrungsgemäß inkonsistent und widersprüchlich (z.B. Farbe "Braun" vs. "Brauner" für dasselbe Pferd). Primärer Schlüssel für den Datenaustausch bleibt die → Satznummer.
–
Lizenz (Reiterlizenz)
Qualifikationsstufe eines Reiters (z.B. R1, RD1, RD2, RS2). Ein Reiter hat 0..1 Reiterlizenz. Stammdaten in reiterlizenzen, Referenz am Reiter reit_lizenz_id.
ÖTO Teilnahmeberechtigung
Fahr-Lizenz
Lizenzkategorie für den Fahrsport (z.B. F1, F2). Ein Reiter hat 0..1 Fahr-Lizenz. Stammdaten in fahr_lizenzen, Referenz am Reiter fahr_lizenz_id.
ÖTO Teilnahmeberechtigung
Startkarte
Nachweis der Jahresgebühr. Ein Reiter hat 0..1 Startkarte. Stammdaten in startkarten, Referenz am Reiter startkarte_id.
ÖTO Teilnahmeberechtigung
M
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Meisterschaft
Übergeordneter Wettbewerb, der Ergebnisse aus Bewerben bei mindestens zwei Turnieren aggregiert und zu einem Endklassement führt. Darf nur auf Turnieren der Kategorie A* und A veranstaltet werden (außer Sonderregelungen der Sparte). Besitzt ein eigenes Reglement (siehe Abschnitt 4).
ÖTO § 2 Abs. 8, § 3 Abs. 4
N
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Nennung
Die verbindliche Anmeldung eines Paares (Reiter & Pferd) zu einem Bewerb.
Registration Context
Nennschluss
Frist, bis zu der Nennungen ohne Nachnenngebühr eingereicht werden können.
ÖTO Nennschluss
Nennungs-Transfer
Tausch von Reiter und/oder Pferd innerhalb einer bestehenden Nennung. Kein Storno + Neu, sondern eine Transfer-Operation. Bereits bezahltes Nenngeld wird als Guthaben geführt.
Registration Context
Nachnenngebühr
Zusatzgebühr für Nennungen nach dem Nennschluss. Kann vom Veranstalter erlassen werden (→ Gebühren-Verzicht).
ÖTO Gebührenstruktur
O
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
OEPS
Österreichischer Pferdesportverband. Übergeordnete Organisation, vergibt Turniernummern und führt das ZNS.
–
Override-Event
Explizit gespeichertes Ereignis, wenn der TBA oder die Meldestelle eine Regelwerk-Warnung bewusst überschreibt. Das System gibt niemals einen harten Fehler bei Regelkonflikten – immer nur eine Warnung + Override-Möglichkeit.
Domain Workshop 2026-03-17
P
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Pferdesportliche Veranstaltung
Oberbegriff laut ÖTO für alle Arten von Veranstaltungen: Turniere, Reitertreffen, Sonderprüfungen, PS&S, Turnierartige Veranstaltungen. In unserer Software entspricht dies dem Begriff → Veranstaltung.
ÖTO § 2 Abs. 1
Prüfung
Synonym für → Bewerb. In der ÖTO-Ausschreibung wird der Begriff „Prüfung" verwendet.
ÖTO § 2 Abs. 7
R
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
RichterEinsatz
Value Object, das den Einsatz eines Funktionärs (Richter, Aufsicht) in einem Bewerb beschreibt. Felder: funktionaerId (Referenz auf Funktionär) und position (z.B. "C", "M", "B", "Aufsicht"). Im Code als RichterEinsatz (entries-domain) abgebildet.
ÖTO Funktionärs-Qualifikation
Richtverfahren
Das Bewertungsverfahren eines Bewerbs (z.B. § 204/4 Stilspringen, § 218 Einlauf). Bestimmt, wie Ergebnisse berechnet werden.
ÖTO B-Teil
S
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Reiter
Eine Person, die an einem Bewerb teilnimmt. Spezialisierung einer Person mit pferdesportlichen Attributen (Lizenz, Startkarte). Im Code als Entität Reiter abgebildet. Datenquelle primär LIZENZ01.DAT.
ÖTO § 2 Abs. 11
Satznummer
Pferd: 10-stellige, rein numerische ID (0000123456). Primärer Schlüssel für den Datenaustausch.Reiter: 6-stellige, rein numerische ID.
ZNS-Schnittstelle
Serie
Synonym für → Cup. Übergeordneter Wettbewerb, der Ergebnisse aus Bewerben bei mindestens zwei Turnieren aggregiert. Besitzt ein eigenes Reglement (siehe Abschnitt 4).
ÖTO § 2 Abs. 8
Sparte
Die unterschiedlichen Arten von Turnieren oder Bewerben (z.B. Dressur = CDN, Springen = CSN). Bestimmt das anzuwendende Richtverfahren und das Regelwerk.
ÖTO § 2 Abs. 9, § 3 Abs. 2
Sperrliste
Vom Verband geführte Liste von Personen oder Pferden, die aktuell nicht startberechtigt sind (meist wegen offener Zahlungen).
–
Sportförderbeitrag
Gebühr, die pro Start anfällt (nicht pro Nennung!). Relevant bei Mehrfach-Starts.
ÖTO Gebührenordnung
Stammdaten
Die zentrale Library of Truth (masterdata-context) für alle statischen Informationen: Personen, Pferde, Vereine, sowie das ÖTO-Regelwerk (Richtverfahren, Paragraphen, Gebührensätze).
–
Startkarte
Nachweis, dass die Jahresgebühr für die Lizenz bezahlt wurde. Ohne aktive Startkarte ist national kein Start möglich.
ÖTO Teilnahmeberechtigung
Startwunsch
Präferenz eines Reiters bezüglich seiner Position in der Startliste (vorne/hinten).
Registration Context
T
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
TBA
Turnierbeauftragter. Hat bei Regelkonflikten immer das letzte Wort. Jede Überschreibung wird als → Override-Event gespeichert.
ÖTO § 24/§ 25
TurnierArtikel
Abrechenbare Leistung oder Produkt im Rahmen einer Veranstaltung (z.B. Ansage, Heu, Startgeld). Preis in Cent (Long). Typ: "AUTOMATISCH" (systemseitig erzeugt) oder "MANUELL" (manuell erfasst). Im Code als Entität TurnierArtikel (events-domain, Billing Context) abgebildet.
Billing Context
Tierwohl-Euro
Gebühr, die pro Start anfällt (nicht pro Nennung!).
ÖTO Gebührenordnung
Turnier
In unserer Software: Eine pferdesportliche Veranstaltung mit einer offiziellen Ausschreibung und einer vom OEPS/LFV vergebenen, eindeutigen Turniernummer. Entspricht ÖTO § 2 Abs. 2. Ist eine Spezialisierung von → Veranstaltung.
ÖTO § 2 Abs. 2, § 5, § 24
Turniernummer
Offizielle, vom OEPS vergebene 5-stellige Kennung eines Turniers (z.B. 26128). Sie ist eindeutig und Voraussetzung für die offizielle Ausschreibung.
ÖTO § 3, ZNS A-Satz
Teilnehmerkreis-Einschränkung
Optionale Einschränkung des zulässigen Teilnehmerkreises eines Turniers gemäß ÖTO-Gliederung (§ 3), dargestellt über Zusatz-Buchstaben (z.B. -H, -P, -J).
ÖTO § 3
Turnierkategorie
Siehe → Kategorie.
ÖTO § 3 Abs. 4
Turnierkassa
Kassa auf Ebene des einzelnen → Turniers. Hält Belege, Tagesabschlüsse und Barbestände pro Turnier. Wird in der → Veranstaltungs‑Kassa konsolidiert.
Billing Context
TeilnehmerKonto
Konto eines Zahlers auf Ebene der → Veranstaltung (nicht nur eines Turniers). Aggregiert Saldo, Einzahlungen und Verrechnungen über alle → Turniere derselben Veranstaltung hinweg (Multi‑Turnier‑Aggregation). Ermöglicht, dass eine einzelne Zahlung mehrere Rechnungen in verschiedenen Turnieren derselben Veranstaltung ausgleicht.
Billing Context
V
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Veranstaltung
In unserer Software: Der Oberbegriff für jede Art von pferdesportlicher Veranstaltung, die von einem Verein durchgeführt wird. Erhält eine intern vergebene ID. Entspricht dem ÖTO-Oberbegriff „Pferdesportliche Veranstaltung" (§ 2 Abs. 1). Kann vom Typ Turnier, Reitertreffen, Sonderprüfung, PS&S oder Turnierartig sein.
ÖTO § 2 Abs. 1
Veranstalter
OEPS-Mitgliedsverein (über LFV angeschlossen), der eine Veranstaltung ausrichtet. Besitzt eine Vereinsnummer. Im Code als Entität Verein abgebildet.
ÖTO § 2 Abs. 12
Veranstaltungs‑Kassa
Kassen- und Abrechnungsführer auf Ebene der → Veranstaltung. Konsolidiert alle Zahlungen, Belege und Rückgelder über mehrere → Turniere derselben Veranstaltung. Dient als zentrale Sammelkasse; kann Zahlvorgänge turnierübergreifend splitten und konsolidieren.
Billing Context
Z
Begriff
Definition
ÖTO-Referenz
Zahlvorgang
Eine einzelne Zahlungstransaktion (Bar, Karte, Überweisung), die einen Betrag einem → TeilnehmerKonto gutschreibt und dabei eine Zahlung auf mehrere Rechnungen/Belege aufteilen kann – auch turnierübergreifend innerhalb derselben → Veranstaltung.
Billing Context
ZNS
Zentrales Nennsystem des OEPS. Datenaustausch-Format für Stammdaten (Reiter, Pferde) und Nennungen. Quelle der Wahrheit für Akteurs-Daten.
4. Meisterschaften, Cups & Serien – Eigene Reglements
⚠️Wichtiger Hinweis für zukünftige Entwicklungsphasen
Jede Meisterschaft, jeder Cup und jede Serie besitzt ein eigenes, individuelles Reglement.
Dieses Reglement ist nicht durch die ÖTO allein abgedeckt, sondern wird vom jeweiligen
Veranstalter (LFV, OEPS-Referat, Verein) separat erlassen.
Ein Reglement definiert typischerweise:
Abschnitt
Inhalt
Relevanter Context
Präambel & Geltungsbereich
Name, Träger, Verweis auf ÖTO + Sonderbestimmungen des LFV
series-context
Teilnahmeberechtigung
Lizenzklasse, Altersklasse, Vereinsmitgliedschaft, Pferdealter, Paar-Bindung (Reiter+Pferd oder nur Reiter)
registration-context (Filterlogik)
Qualifikation & Wertungsprüfungen
Welche Turniere/Bewerbe zählen, Pflichtteilnahme vs. Mindestanzahl
event-management-context
Punktesystem & Berechnungsmodus
Addition der Ergebnisse, Fixpunkte nach Platzierung, Faktoren (Finale 1,5-fach), Streichresultate
competition-context (Ergebnis-Aggregation)
Ex-aequo-Regelung
Tiebreaker-Regeln bei Punktgleichheit
competition-context
Das Finale
Teilnahmevoraussetzung (z.B. Top 15), Startreihenfolge (umgekehrter Zwischenstand)
competition-context
Preise & Ehrungen
Titel, Ehrengaben, Preisgeld-Verteilungsschlüssel
billing-context
Proteste & Sonderfälle
Einspruchsfristen, Regelung bei Turnierabsagen / Höherer Gewalt
series-context
Konsequenz für die Architektur:
Der series-context muss das Reglement als konfigurierbare Entität abbilden (kein Hard-Coding).
Verschiedene Cups/Serien können unterschiedliche Punktesysteme haben → das Berechnungsmodell muss pluggable sein.
Die Paar-Bindung (Punkte an Reiter+Pferd vs. nur Reiter) ist eine kritische Designentscheidung pro Reglement.