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📜 Reiter-Lizenzen & Startberechtigungen (OEPS)
Diese Dokumentation beschreibt die verschiedenen Lizenzstufen des OEPS (Österreichischer Pferdesportverband) und die daraus resultierenden Startberechtigungen für die Sparten Dressur (CDN), Springen (CSN), Vielseitigkeit (CCN/CCI) und Fahren (CAN/CAI) gemäß ÖTO 2026.
1. Lizenztypen & Klassen
Lizenzen werden vom OEPS pro Kalenderjahr ausgestellt. Sie bestimmen das maximale Niveau, auf dem ein Reiter in Prüfungen antreten darf.
| Code | Bezeichnung | Beschreibung | ZNS-Mapping |
|---|---|---|---|
| LZF | Lizenzfrei | Nur Startkarte oder Reiterpass vorhanden. | LIZENZFREI |
| R1 | Reiter-Lizenz 1 | Einstiegslizenz für Springen. | R1 |
| R2 | Reiter-Lizenz 2 | Fortgeschrittene (Springen bis LM/130cm). | R2 |
| R3 | Reiter-Lizenz 3 | Schwere Klasse (Springen bis S/145cm). | R3 |
| R4 | Reiter-Lizenz 4 | Höchste nationale Stufe Springen (bis 160cm). | R4 |
| RD1 | Dressur-Lizenz 1 | Speziallizenz nur für Dressur (Kl. A, L). | RD1 |
| RD2 | Dressur-Lizenz 2 | Speziallizenz nur für Dressur (Kl. LM, M). | RD2 |
| RD3 | Dressur-Lizenz 3 | Speziallizenz nur für Dressur (Kl. S). | RD3 |
2. Startberechtigungen nach Sparten
Referenz: ÖTO 2026, A‑Teil § 15 „Reiterlizenzen“. Eine komprimierte Matrix mit Klassen/Höhen und zulässigen Lizenzen findet sich in der Projekt‑Referenz:
docs/03_Domain/02_Reference/OETO_Regelwerk/OETO-2026_A-Teil-Allgemeiner-Teil_16-12-2025.md(Kapitel „Reiterlizenzen, § 15 ÖTO“).
2.1 Springen (CSN)
Die Startberechtigung richtet sich nach der Hindernishöhe der jeweiligen Klasse (§ 200 B-Teil).
| Klasse | Höhe (cm) | Erforderliche Lizenz | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| E0 | 60 – 95 | LZF (Startkarte) | Einsteiger-Bewerbe |
| A | 105 – 110 | R1 oder höher | - |
| L | 115 – 120 | R1 oder höher | - |
| LM | 125 – 130 | R2 oder höher | - |
| M | 135 | R3 oder höher | - |
| S* | 140 – 145 | R3 oder höher | - |
| S** | 150 – 160 | R4 | Grand Prix Niveau |
2.2 Dressur (CDN)
Die Startberechtigung richtet sich nach dem Aufgabenniveau (§ 100 B-Teil).
| Klasse | Niveau | Erforderliche Lizenz | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| lizenzfrei | - | LZF (Reiterpass) | Inkl. First Ridden, Dressurreiterbewerbe |
| A | Leicht | RD1 oder höher | Grundausbildung |
| L | Mittelleicht | RD1 oder höher | - |
| LM | Leicht-Mittelschwer | RD2 oder höher | Kandare wahlweise |
| M | Mittelschwer | RD2 oder höher | Kandarenpflicht |
| S | Schwer | RD3 oder höher | St. Georg bis Grand Prix |
Hinweis RD4: Das ÖTO kennt in der Tabelle Kombinationsfälle bis RD4. Im System ist derzeit kein RD4‑Enum modelliert; faktisch wird RD4 wie RD3 behandelt (Kappung auf Dressur S). Eine spätere Erweiterung um RD4 ist vorbereitet, siehe CHANGELOG.
2.3 Vielseitigkeit (CCN/CCI)
Vielseitigkeit kombiniert Dressur, Gelände und Springen. Für die Startberechtigung gilt das Prinzip der kumulativen Mindestanforderung: Die jeweils geforderte Dressur- und Spring-Lizenz muss erfüllt sein (Details je Klasse und Ausschreibung, § 300 B‑Teil).
| Klasse (typ.) | Richtwert | Erforderliche Lizenzen (kumulativ) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| E/Einsteiger | national, Einstiegsniveau | LZF (Startkarte) ODER RD1+R1 (wenn gefordert) |
gem. Ausschreibung |
| A | Einsteiger/Light | RD1 UND R1 |
— |
| L | Mittelleicht | RD1 UND R1 |
— |
| M | Mittelschwer | RD2 UND R2 |
— |
| S | Schwer | RD3 UND R3 |
höhere Anforderungen international |
Hinweis: In der Praxis orientiert sich die Spring-Anforderung an der in der Ausschreibung angegebenen Hindernishöhe der Springprüfung; die Dressur-Anforderung am ausgeschriebenen Dressur-Niveau der Teilprüfung. Wo nationale Sonderregelungen (Ponys, Haflinger/Noriker) bestehen, gelten diese zusätzlich.
2.4 Fahren (CAN/CAI)
Für Fahren existieren im ÖTO/FEI‑Kontext eigene Fahrlizenzen (z. B. F1–F3). Im aktuellen Systemmodell sind diese noch nicht als ReiterLizenzKlasseE hinterlegt. Bis zur Einführung entsprechender Enums/Regeln gilt:
| Klasse (typ.) | Richtwert | Systemzustand | Teilnahmevoraussetzung (heute) |
|---|---|---|---|
| A/L/M/S | national/intern. | Keine F*‑Lizenztypen im Enum vorhanden |
Startkarte (LZF) plus Zulassung laut Ausschreibung/Verbandsvorgaben |
Geplante Erweiterung: Ergänzung der Enum‑Werte F1..F3 und einer Fahr‑Matrix analog Dressur/Springen (separates Ticket). Die ZNS‑Integration bleibt davon unberührt, bis ZNS eigene Fahr‑Kodierungen liefert.
2.5 Übersichtstabelle gemäß § 15 (kompakt)
Zur schnellen Orientierung ist die folgende, auf die System‑Enums abgebildete Kurzfassung der §15‑Tabelle enthalten. „B,C“ bedeutet „Turnierkategorien B, C, C‑NEU zulässig“, „LP“ steht für „Lizenzprüfung erforderlich“.
| Klasse/Höhe | V 80 | 60–100 | V 90 | A | 105–110 | V 100 | L | 115–120 | V 105 | LM | 125–130 | M | 135 | V110–115 | S | V120 | 140–145 | 150–160 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sparte | V | S | V | D | S | V | D | S | V | D | S | D | S | V | D | V | S | S |
| R1 | X | X | X | B,C | B,C | X | B,C | B,C | ||||||||||
| R2 | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | LP | ||||||
| R3 | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | ||
| RD1 | B,C | B,C | ||||||||||||||||
| RD2 | X | X | X | LP | ||||||||||||||
| RD3 | X | X | X | X | X | |||||||||||||
| R4 | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X |
Abbildung im System:
- Zeilen mit Kombi‑Lizenzen (z. B.
R1D2,RDS4) werden als gleichzeitiger Besitz getrennter Lizenzen interpretiert (zwei Einträge inReiter.lizenzen). RD4ist aktuell nicht als Enum verfügbar; bis zur Erweiterung entspricht das VerhaltenRD3.
2.6 Kombinationsreihen (§ 15)
Die folgenden Zeilen aus der ÖTO‑Tabelle (§ 15) bilden Kombinationsfälle ab, die sich aus gleichzeitig erfüllten Voraussetzungen ergeben. Sie sind systemisch als Parallelbesitz mehrerer Lizenzen zu verstehen und dienen der schnellen Orientierung. Spaltenbezeichnungen entsprechen Abschnitt 2.5.
| Klasse/Höhe | V 80 | 60–100 | V 90 | A | 105–110 | V 100 | L | 115–120 | V 105 | LM | 125–130 | M | 135 | V110–115 | S | V120 | 140–145 | 150–160 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| R1S2 | X | X | X | B,C | X | X | B,C | X | X | |||||||||
| R1S3 | X | X | X | B,C | X | X | B,C | X | X | X | X | |||||||
| R1S4 | X | X | X | B,C | X | X | B,C | X | X | X | X | X | ||||||
| R2S3 | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | LP | X | X | ||||
| R2S4 | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | LP | X | X | X | |||
| R3S4 | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X | X |
Legende siehe Abschnitt 2.5 (Bedeutung von „B,C“/„LP“ sowie Spartenkürzel).
3. Spezial-Regelungen (§ 1500 ff.)
3.1 Haflinger & Noriker
Für Rasse-spezifische Bewerbe gelten oft abweichende (niedrigere) Lizenz-Anforderungen für höhere Klassen.
Hinweis: Abweichungen sind disziplinspezifisch zu verstehen (Dressur → RD*, Springen → R*).
- Dressur (Haflinger):
- Klasse L/LM: RD1 ausreichend.
- Klasse M: RD3 erforderlich.
- Klasse S: nationale Sonderregelungen, idR RD3; höhere Abweichungen gemäß Ausschreibung.
- Springen (Haflinger):
- 95–120cm (bis Klasse M): R1 ausreichend.
- 125–135cm (Klasse S): R2 ausreichend.
3.2 Pony
- In Pony-Bewerben (bis Kl. L) ist die Startkarte Allgemein (Voraussetzung Reiterpass) ausreichend.
- Ab Klasse LM ist eine entsprechende Lizenz erforderlich: RD1 (Dressur) bzw. R1 (Springen).
4. Validierungslogik & ZNS-Integration
4.1 Validierungslogik (Systemverhalten)
Die Eligibility wird in zwei strikt getrennten Schritten geprüft:
-
Spartenlizenz prüfen
- Für Springen sind ausschließlich
R1..R4gültig (keine Dressur-Lizenz ausreichend). - Für Dressur sind ausschließlich
RD1..RD3gültig (keine Spring-Lizenz ausreichend). - Für Vielseitigkeit müssen die Anforderungen beider Sparten erfüllt sein: Dressur-Teilprüfung (RD*) UND Spring-Teilprüfung (R*), jeweils gemäß ausgeschriebener Klasse.
- Für Fahren gibt es aktuell keine
F*‑Lizenzen im System; bis zur Erweiterung wird Fahren als lizenzfrei (LZF) behandelt und organisatorisch über die Ausschreibung begrenzt.
- Für Springen sind ausschließlich
-
Maximal erlaubte Turnierklasse ermitteln
- Innerhalb der geprüften Sparte bestimmt die höchste bezahlte Lizenz die Obergrenze der Klasse/Höhe.
- Zur internen Kappung wird ggf. ein disziplinübergreifendes Mapping verwendet (nur nach bestandener Spartenprüfung):
R1↔RD1,R2↔RD2,R3/R4↔RD3.
Konsequenz: Ein Reiter mit nur RD2 darf Dressur bis LM/M reiten, aber im Springen nur lizenzfreie Bewerbe (E0). Umgekehrt
ermöglicht eine R2 Springen bis 130cm, aber keine Dressur-Klassen. In der Vielseitigkeit wären für eine M‑Klasse beide Nachweise (RD2 UND R2) erforderlich.
4.2 ZNS-Integration (LIZENZ01.dat)
Das System mappt die Felder aus der ZNS-Datei automatisch auf die interne LizenzKlasseE.
- Feld
Reiterlizenz(Pos 137): Enthält die primäre Lizenzangabe (z. B.R1oderRD1). - Feld
Lizenz-Details(Pos 201): Enthält die Liste aller bezahlten Lizenzen (z. B.RD1). Werte für Fahren (F*) werden aktuell ignoriert, solange keine System‑Enums existieren.- Das System aggregiert alle Vorkommen und bestimmt je Sparte die höchste vorhandene Lizenz.
📜 Rulebook Expert Hinweis: Die Startberechtigung muss bei jeder Nennung gegen die aktuelle Lizenz des Reiters (Stichtag Nennschluss) geprüft werden. Eine Höherreihung während eines Turniers ist gemäß § 17 Abs. 6 ausgeschlossen.
Siehe ergänzend:
TURNIER_KLASSEN.mdfür Klassendefinitionen und Höhen/Niveaus je Sparte.GEBUEHRENORDNUNG.mdfür Start-/Nenngelder und Mindest-Geldpreise.ZNS_SCHNITTSTELLE.mdfür Felder und Positionsangaben der LIZENZ01.dat.